20.04.2018

Das Wort zum Freitag - Gleiches Recht für alle Religionen



Wenn wir, liebe Brüder und Schwestern, gleiches Recht für alle Religionen fordern, müssen wir uns erst einmal fragen: Gibt es überhaupt ungleiches Recht zwischen den Religionen?

Schauen wir uns doch einfach mal an, welche Vorteile christliche Kirchen gegenüber unserer haben.

Es fängt ganz klein an, mit der Taufe.
Eine kirchliche Zeremonie führt zu einer rechtlich anerkannten Mitgliedschaft in einer Kirche und in Folge zu kräftigen Finanzschüben in die Kirchenkassen, denn daraus begründet sich die Pflicht zur Zahlung von Kirchensteuer.

Es geht weiter mit dem Religionsunterrichtvom Staat, und damit von uns, finanzierte Mission. Nur deshalb, um missionieren zu können, findet der in nach Religionen und Konfessionen geteilten Gruppen statt.

In der Armee gibt es die  Militärseelsorge.
Natürlich auch wieder fast völlig vom Staat und damit auch von uns Pastafari bezahlt.

In Krankenhäusern, im Gefängnis und bei der Polizei gibt es die
Sonderseelsorge. Natürlich auch wieder finanziert von....

Geborene Sitze in öffentlichen Gremien, vom Rundfunkbeirat über die Jugendhilfeausschüsse bis hin zum Fernsehbeirat garantieren, dass ein Christ auch in seiner Freizeit optimal betreut wird und nebenher noch vermieden werden kann, dass durch all zu kritische Beiträge seine Gefühle verletzt werden. Zusätzlich gibt´s noch kostenlose Sendezeit für die Kirchen in Funk- und Fernsehen. Natürlich wieder finanziert von uns.

Sucht ein Christ Arbeit, wird er, dank des kirchlichen Sonderarbeitsrechtes, vor uns bevorzugt. Kirchliche Betriebe und Einrichtungen dürfen sich, sonst strikt verboten, ihre Mitarbeiter nach der Weltanschauung aussuchen. Natürlich dürfen die dann auch keine Betriebsräte wählen oder gar streiken.

Bei so vielen Vorteilen kann man als Christ sicher  verschmerzen, dass der Staat ihm gleich die Kirchensteuer über das Finanzamt abzieht. Es bekommt ja seine Kirche und immerhin darf er, wieder auf Kosten der Allgemeinheit, die sogar noch von der Steuer absetzen.

Die Kirchen sparen durch Steuereinzug vom Staat viel  Geld, auch wenn der nicht ganz umsonst ist. Ein Vergleich mit Österreich, wo die Kirchen eigene Ämter zum Einzug betreiben müssen, hat ganz klar gezeigt, die deutschen Kirchen müssten unter diesen Bedingungen ein Mehrfaches von dem ausgeben, was sie jetzt als Entschädigung an den Staat zahlen.

Für uns alle ist hier eine Verletzung des Rechts, seine Weltanschauung nicht offenbaren zu müssen, gegeben. Denn um den Steuereinzug durch den Staat gewährleisten zu können, muss man die  zwangsweise gegenüber Ämtern und seinem Arbeitgeber angeben.

Besonders die Großkirchen, aber auch andere Religionsgemeinschaften, haben also nicht nur Vorteile gegenüber uns, nein, wir finanzieren ihnen diese Vorteile sogar mit unserem Geld.

Das heißt, wir werden nicht nur diskriminiert, sondern auch ausgebeutet!

Natürlich muss sich das ändern. In Österreich versuchen die Almisten, eine Sekte von Nudelsiebträgern, gerade, als Religion anerkannt zu werden. Sollten wir diesen Weg auch gehen? Sollten wir auch versuchen, all diese Privilegien für uns zu bekommen.

Ich sage euch: Nein, das ist nicht unser Weg. Aus zwei Gründen:
Er ist sehr mühevoll und hat wenig Aussicht auf Erfolg, vor allem aber beendet er die Ungerechtigkeit nicht, die dann weiterhin zwischen Gruppen mit unterschiedlicher Weltanschauung bestehen würden.
Wir sind keine Christen, wir gehören zu den Guten. Wir wollen keine Vorteile für uns, sondern eben diese Gleichbehandlung für alle.

Nun sagen Befürworter der Kirchenprivilegien, es wäre auch Gleichbehandlung möglich, wenn alle nach einem gleichen Maßstab gefördert würden. Dabei denken sie zuerst an die Mitgliederzahl. Aber wie ließen sich Mitgliederzahlen vergleichen, wenn die Mitgliedschaft bei den einen durch einen bei der Taufe automatisch abgeschlossenen Zwangsvertrag begründet wird, bei anderen aber vom mündigen Bürger selbst beantragt werden muss?

Nein, ein solches System der Gleichbehandlung auf gleicher Förderung kann nicht funktionieren. Es gibt es auch nicht. Die Evangelische Kirche bekommt trotz geringerer Mitgliederzahl mehr Geld vom Staat, als die Katholische. Die Höhe der Förderung wird nur durch Lobbyarbeit festgelegt.

Unser Staat soll weltanschaulich neutral sein. Neutral bedeutet, sich nicht einzumischen, weder fördernd, noch benachteiligend. Ein Staat verhält sich im Krieg neutral, indem er keine Kriegspartei unterstützt, nicht, in dem das bei allen tut. Genau so hat es bei den Weltanschauungen zu sein.

Weg mit all den Kirchenprivilegien, weg auch mit dem Sonderstatus der Körperschaft des öffentlichen Rechts, und Einbeziehung aller Vereinigungen die den haben in das Vereinsrecht.

Nicht wir müssen den Status der Kirchen bekommen, sondern die Kirchen unseren.

Macht die Kirchen zu Vereinen und fördert diese nur noch genau so, wie jeden anderen Verein....
....und, vor allem, lasst sie so, wie jeden anderen Verein auch, Rechenschaft für die Verwendung der Mittel ablegen.

Nur so ist wahre Gleichberechtigung aller Weltanschauungen möglich.


Erstveröffentlichung 06.09.2013

12.04.2018

Das Wort zum Freitag - Weltanschauung Atheismus?

Gehört der Atheismus zu Deutschland?

Diese Frage hat in unserer Facebookgruppe rege Diskussion ausgelöst. Für die meisten war das selbstverständlich.
Für mich nicht. Ich sage ganz klar, der Atheismus gehört nicht zu Deutschland.

Vor zwei Wochen hatte ich hier bereits herausgestellt, ohne zunächst zu klären, was "gehört zu Deutschland" überhaupt bedeutet, ist eine vernünftige Antwort nicht möglich.
Einfach alles, was es hier gibt, auch als dazugehörig zu erklären, hat sich als untauglich erwiesen.
Genau so untauglich ist das Verständnis, alles was wünschenswert wäre, gehörte zu Deutschland. Da dürften die Meinungen der Deutschen wohl sehr weit auseinander gehen und so eine treffende Antwort unmöglich werden.

Nur eins ist zielführend, als zugehörig zu Deutschland zu sehen, was uns zu dem gemacht hat, das wir heute sind. Dann geht es nicht um politische Verhältnisse, sondern um den Aufbau der Gesellschaft. Wir haben eine offene Gesellschaft, die auf die Stärke des Individuums und nicht auf die Unterordnung unter die Gruppe setzt. Es geht also um die Werte, die die geschaffen haben und erhalten sollen.
Die kommen ganz sicher nicht nur aus einer Quelle, aber aus einer ganz sicher nicht, aus dem Atheismus.

Gibt es, außer Gottlosigkeit, auch nur einen anderen Wert, den alle Atheisten der Welt teilen? Sicher nicht, denn Atheismus bietet keine Werte. Genau so wenig wie sein Gegenstück, der Theismus. Beide sind keine Weltanschauung, sondern lediglich Kategorien für für Weltanschauungen.

Und genau, wie sich unter Theismus die unterschiedlichsten auf Götterbasis einordnen lassen, so lassen sich unter Atheismus die unterschiedlichsten Weltanschauungen ohne Götter einordnen. Die gab es schon immer, angefangen von frühen östlichen Formen wie dem Janismus, dem Buddhismus und Daoismus über westliche, wie den Sophismus, den Epikurismus und die Stoa bis zum heutigen evolutionären Humanismus, wie wir ihn vertreten.

Diese Lehren bieten dann Werte, nicht die Kategorien, unter denen sie einzuordnen sind.

Unsere Gesellschaft heute ist geprägt von Aufklärung und Humanismus. Die haben die religiöse Prägung der Gesellschaft immer mehr zurück gedrängt und so ihre Entwicklung beschleunigt.

Nicht der Atheismus in seiner Vielfältigkeit gehört also zu Deutschland, sondern der Humanismus, auch, wenn mancher das ändern möchte.

Setzen wir uns dafür ein, dass es ihnen nicht gelingt.

05.04.2018

Das Wort zum Freitag - Von der Bedeutung des Unterschieds




Das heutige Wort zum Freitag gilt dem feinen Unterschied.




Um möglichst nah an der Praxis zu bleiben, begeben wir uns dazu auf das für Pastafari so wichtige Gebiet der Seefahrt.

Die wird, wie wir alle wissen, seit Ewigkeiten von den Schiffen des Schwarzen Benedikt dominiert.
  • Niemand konnte seinen Kurs frei selbstbestimmen, es durfte einfach nicht vorkommen, den Kurs seiner Schiffe zu kreuzen.
  • Niemand durfte seine Schiffe nach eigenen Vorstellungen bauen, sie durften einfach nicht größer und heller als seine sein.
  • Niemand durfte seine Crew nach seinen eigenen Erfahrungen das Segeln lehren, es musste so gesegelt werden, wie der Schwarze Benedikt das wollte.

Das hat sich sanft, aber unaufhaltsam geändert. Der Rote Giordano widersetzte sich mehr und mehr dem Diktat Benedikts, baute eigene Schiffe, suchte seine eigene Crew und schulte die nach seinen Erfahrungen. Die Schiffe waren schneller, hatten größere Kanonen und konnten mehr Beute laden.

Das wollte Benedikt nicht dulden. Er war klug und erkannte, das Alte war nicht mehr gut genug. Wollte er nicht jeden Einfluss auf dem Weltmeer verlieren, musste auch er neue Wege gehen. So entwarf er ein neues Schiff, besetze es mit einer neuen Generation von Seefahrern und nannte es deshalb „Generation Benedikt“. Er rüstete es modern aus, stellte neue Regeln für seine Fahrensleute auf und schickte es auf die 7 Meere.

Das Schiff war nicht groß, es hatte keine Kanonen und doch, es entfaltete seine Wirkung.
In den Seemannskneipen zeigte sich die Mannschaft großzügig, teilte Rum aus, trank besonders gern mit den Kapitänen und überzeugte die dabei, wenn der Einfluss Benedikts zu Ende ginge, würde auf den Weltmeeren das Chaos ausbrechen, blanke Anarchie herrschen und nur wir Piraten hätten den Nutzen davon. Auch das Verteilen von Rum hätte dann natürlich ein Ende.

Ein Argument, das auch viele Kapitäne überzeugte, die bisher dem Roten Giordano folgten. Sehr zum Ärger ihrer Mannschaften, die mit dessen Regeln viel besser gefahren waren, versagten sie diesem nun die Gefolgschaft.

Das führte zur Unruhe unter den Mannschaften und sie beschlossen, ihre Beute zusammenzulegen und davon ein eigenes Schiff auszurüsten, die Generation Giordano. So sollte die Generation Benedikt neutralisiert und dem Roten Giordano wieder zu mehr Einfluss verholfen werden. Eine Idee, die sich sofort unter den Seefahrern herumsprach.

In Massen opferten sie ihre Goldstücke, in Rekordzeit war das neue Schiff gebaut und bekam eine riesengroße Crew. Schnell wurden die Anker gelichtet doch schon beim Auslaufen aus dem Hafen zeigte sich, sie hatten in der Eile einiges vergessen. Kein Kapitän stand auf der Brücke, kein Steuermann am Ruder, nicht einmal Seekarten hatten sie an Bord.
So wussten sie nicht recht, wohin eigentlich steuern. Keine guten Zeichen.

Doch das Schlimmste war, sie begannen sich zu streiten. Einer von ihnen hatte ein Buch mitgebracht und fing an, in der Mannschaftskajüte daraus vorzulesen. Ein Buch, das behauptete, manche Seeleute würden manches besser können als andere. Hein, so hieß der Mann des Buches, durfte nicht mehr weiter vorlesen.

Ein großer Teil seiner Kollegen fand es einfach unverschämt, mit solchen Behauptungen die alte Lehre, alle Seefahrer können alles gleich gut, anzugreifen.

Dieses Verbot wiederum fand ein anderer Teil der Crew seinerseits unverschämt. Als mit Glück die erste Prise erobert war, schnappten sie sich dieses kleine Segelboot und suchten fortan ihren eigenen Weg.
Die Generation Benedikt schoss Salut, als sie diese Nachricht hörte und feierte drei Tage lang.


Was, so fragt ihr euch nun sicher, tapfere Piraten und edle Freibeuterinnen, will uns Bruder Spaghettus damit sagen?

Vielleicht ahnt ihr es schon. Ja, es geht um unsere oberste Piratenregel: Keine Dogmen. Deshalb könnte es uns nie passieren, dass das Lesen eines Buches verboten wird. Es könnte uns nie passieren, dass statt über den Inhalt des Buches über seine Farbe diskutiert wird. Vor allem aber könnte es uns nie passieren, dass wir nicht auf unsere eigenen Erfahrungen vertrauen.

Wir wissen, niemand ist besser für den Ausguck geeignet, als die großäugigen Bewohner von Lightningrock. Ihre Felseninsel liegt hoch über dem Meer und ihre Augen haben es gelernt, weit zu schauen.

Wir wissen, die Fahrensleute der Mammutbauminsel können längst nicht so gut sehen, aber niemand kann so schnell klettern wie sie und bessere Seeleute für das Setzen der Segel gibt es nicht.

Wir wissen, die karge und in stürmischem Gebiet gelegenen Salzinseln, in denen die Einwohner seit Generationen ums Überleben kämpfen müssen, bringt die erfindungsreichsten Seebären hervor. Niemand kann so gut wie sie Schätze verstecken und finden.

Wir wissen, niemand kann so gut Karten zeichnen und lesen und den Kurs halten, wie die Vielsegler der Tausend Inseln unter dem Wind. Kein Schiff mit einem Steuermann von dort hat je seinen Weg verloren.  


Um es kurz zu machen, ihr tapferen Pastafari:
Wir wissen, es kommt nicht darauf an, Unterschiede zu verwischen, sondern sie zu nutzen.

Wir wissen, nicht diese Unterschiede sind von Übel. Von Übel ist es nur, wenn eine Mannschaft versucht diese Unterschiede zu nutzen, um die Beute nicht gleichmäßig unter allen Piraten aufzuteilen.

Deshalb rufe ich euch auf. Suchen wir den Unterschied, freuen wir uns über möglichst viele Fahrensleute mit möglichst vielen unterschiedlichen Fähigkeiten auf unseren Schiffen. Setzen wir alle entsprechend dieser Fähigkeiten ein. Versuchen wir nicht, alle alles gleich gut zu können aber achten wir immer darauf, allen die gleiche Achtung und den gleichen Respekt zukommen zu lassen. Wir brauchen nicht die Gleichheit an Eigenschaften, sondern die Gleichheit an Rechten.

Vor allem aber erinnern wir uns immer und überall an unsere erste Piratenregel: Keine Dogmen!

(Erstveröffentlichung 27.10.2011)

29.03.2018

Garfreitag auf dem Vormarsch



Pst, ist euch schon aufgefallen, dass immer mehr Christen dem Garfreitag, dem wichtigsten Tag unseres Passtahfestes, huldigen? Sie bevorzugen an unserem Feiertag auffallend viele Pastagerichte, ob mit Tomatensoße oder Käsesoße. Selbst vegane Fleischbällchen sind am Garfreitag sehr beliebt bei den Christen.

Ganz besonders hoch im Kurs scheint der Garfreitag im Südosten Deutschlands zu stehen. Jedermann redet davon. Vom christlichen Karfreitag mit seinem harten „K“ hört man da nichts. Statt dessen spricht man fast ausschließlich vom Garfreitag, also mit weichem “K“. Hört mal genau hin, wenn ihr euch zufällig dort aufhaltet, und ihr werdet merken, manchmal macht einen schon der Dialekt zum Pastafari.Noch kämpfen wir zwar darum, an unserem wichtigsten Feiertag, dem Tag an dem erstmals eine Nudel bissfest gegart wurde, fröhlich singend und tanzend zu zelebrieren, aber mein Gefühl sagt mir, wir ziehen immer mehr Mitbürger auf unsere Seite. Unser Glaube ist ja auch unvergleichlich glaubenswert.Da entschlüpft mir doch ein fröhliches „Arrrgh“.
Eure Elli S.

Wer zum Garfreitag nicht, wie wie hier, allein zu Hause rumhüpfen möchte, kann das auch mit uns gemeinsam tun. Wir werden beim Oster-Kloster-Fest in Chorin am Garfreitag, am Passtahsonntag und am Passtahmontag jeweils nachmittags zwischen 15:00 und 18:00 Uhr eine Nudelmesse halten. Die genau Zeitabsprache erfolgt erst vor Ort, deshalb können wir da nicht konkreter werden. Aber dort ist mehr als genug los, es wird ganz sicher nicht langweilig.